Natur in der Stadt


Das grüne Dach

roof-terrace-790426_1280Wer genug davon hat, sich immer überlegen zu müssen, ob seine Tomaten voller Pestizide stecken und die Bohnen gentechnisch komplett durchseucht sind, sich aber andererseits keine teuren Bioläden leisten kann (oder, wie wir hier, gar keine hat), dem bleibt wenig anderes übrig, als sein Gemüse selbst anzubauen.
Auf dem Land ist das kein Problem – jeder hat einen Garten oder kann sich für wenig Geld einen mieten.
Aber auch in der Stadt findet sich immer noch ein Flecken, der nicht von Autos zugestellt ist.

Wir haben auf dem Dach unseres Hauses eine grosse Fläche, die wir für ein paar Kronen von unserem Vermieter zur Nutzung überlassen bekommen haben.
Auf dieser Fläche haben wir nun einige Beete angelegt, später soll noch ein Gewächshaus dzukommen.

Wozu soll das gut sein?

Ganz einfach: Auf einer Fläche von weniger als 200 Quadratmetern kann man fast ausreichend Gemüse für die Selbstversorgung anbauen – zumindest von Frühjahr bis Herbst und wenn man es richtig macht.
Das spart etwas Geld, aber viel wichtiger ist, dass wir so kontrollieren, woher unser Gemüse kommt.

Das Fundament

Wichtig ist, dass das Beet gut isoliert ist, damit es dem Nachbarn nicht durch die Decke tropft, gleichzeitig aber eine gute Drainage existiert, um Staunässe zu vermeiden.nachbar_hilft
Der erste Schritt war also die Isolierung mit 2 Schichten Teichfolie. Die bekommt man billig im Baumarkt oder noch billiger im Versand!
Die Teichfolie wird auf jeder Seite zwischen zwei Brettern eingeklemmt, die miteinander verschraubt sind.
Bei einer Gesamtseitenlänge von über 50 Metern hatten wir hier 1200 Schrauben zu setzen. Dazu habe ich mir einen Makita Akkuschrauber gekauft und kann auch nur dazu raten, sowas ähnliches anzuschaffen, sonst dauert es einfach ewig.
Die Bretten sollten etwa 30cm hoch sein. So etwas bekommt Ihr nicht im Baumarkt, da müsst Ihr zum Holzfachhandel!
Nach dem ersten Tag hatten wir also quasi das Fundament fertig.
In die Seiten der Bretter bohrt man nun auf etwa 3,5cm Höhe Löcher mit ca. 3cm Durchmesser. In diese Löcher steckt man zugesägte Plastikrohrteile, etwa 20cm lang.
Richtet Euch mit dem Durchmesser also nach den Rohren.
Wir haben ein Pendelhub-Stichsäge von Bosch benutzt. Achtet darauf, dass die Säge Pendelhub kannn und ausreichend Kraft hat, sonst fransen Euch die Rohre aus und es entstehen scharfe Kanten!

Bitte achtet darauf, dass die Rohre waagerecht stecken oder zur aussenseite neigen, sonst läuft das Wasser nicht ab!
Aussen um die Bretter haben wir jetzt eine Regenrinne gelegt, die wir mit der Hauptregenrinne des Daches verbunden haben.
Jedes Dach hat eine Schräge, Ihr müsst also den Ablauf zur Gefälleseite einplanen.
Das haben wir in unserer Euphorie natürlich vergessen und mussten noch einmal von vorne anfangen.

Die Erde

Jetzt wird es lustig. Ihr müsst nämlich Euer Beet mit Erde befüllen, und zwar bis auf eta 20-25cm Höhe.
Bei 10×10 Meter sind das 20 bis 25 Kubikmeter!
Wenn Ihr niemanden findet, der die für Euch aufs Dach trägt, dann müsst Ihr das wohl selbst machen :)
Wir haben für die ersten 10 Zentimeter guten Mutterboden vom Freund eines Freundes bekommen, der auf dem Land wohnt und gerade einen Haufen liegen hatte, weil er einen Aushub für einen Graben machen musste.
Der Stand eines morgens auf einem Anhänger vor der Tür, und wir haben dann zu acht einen ganzen Tag die gute Erde mit Eimern nach oben gebracht. Spass ist anders, aber man macht es nicht oft, keine Sorge…
Den Rest haben wir mit Pflanzerde aus der Gärtnerei aufgefüllt. Kauf tdie nicht in Säcken im Baumarkt, das ist bei dieser Menge zu teuer!
Sucht Euch eine Gärtnerei in der Nähe, die auch liefert, das ist günstiger und Ihr erspart Euch wenigstens einen Transport.
Schleppen muss man dann natürlich doch wieder…

tomatenDas Beet

Am nächsten Wochenende haben wir dann mit dem Pflanzen begonnen.
Zunächst haben wir eine Ecke mit Erdbeeren besetzt, dann natürlich einige Reihen Paprika und Tomaten und sogar ein kleines Gurkenfeld.
Wenn unsere Erfahrungen damit positiv sind, werden wir uns sicher auch an das Thema Kartoffeln herantrauen.
Die Pflanzen decken wir mit Folie ab und giessen regelmässig.

Ich werde von den Erfolgen – oder Misserfolgen – unserer Arbeit an dieser Stelle berichten!